Ein paar Gedanken zum Thema Freundschaft – und wie sie nicht sein sollte

Freundschaft {Substantiv}ist eine Herzensangelegenheit, die auf Vertrauen und Zuneigung beruht, ein Band zwischen zwei Seelen, das weder Raum noch Zeit trennen können.

Ich schätze die Begegnungen und Verbindungen, die ich mit Menschen habe. Wenn mir jemand das Gefühl gibt wertgeschätzt zu werden und akzeptiert zu sein, dann ist das das größte Geschenk, das man mir machen kann. Falls wir dann noch auf einer Wellenlänge sind stehen die Chance sehr gut, dass wir Freunde werden. Und das ist etwas schönes, denn: ich bin eine tolle Freundin. Eine der Sachen in denen ich wirklich gut bin und ein Teil vom Leben, in dem mir keiner was vormacht.

Meine Freunde sind mir heilig. Ich würde alles für sie tun, bin jederzeit für sie da und versuche ihnen so gut wie es nur geht zur Seite zu stehen – sei es mit Rat&Tat, einem offenen Ohr, Alkohol, gutem Essen, meiner Zeit. Dasselbe erwarte ich auch von ihnen. Freundschaft ist keine Einbahnstraße, auf der sich immer nur einer bewegt und Bemühungen zeigt. Freundschaft beruht auf Gegenseitigkeit.

Dadurch, dass mir meine Freunde so unglaublich viel bedeuten, fällt es mir umso schwerer zu verstehen und zu akzeptieren, wenn eine dieser Freundschaften zu Ende geht und dieser Mensch mein Leben verlässt – warum auch immer.

Eine meiner Verwandten hat hierfür ein sehr schönes Bild verwendet:

Dein Leben ist wie eine Zugfahrt. Manchmal steigen Menschen ein, die fahren nur für wenige Stationen mit und verlassen dich dann wieder. Andere wiederum fahren von Anfang an mit oder steigen später zu, aber bleiben dann auch für den Rest des Weges an Board.

Es ist etwas absurd, aber diese Vorstellung erleichtert es mir Menschen gehen zu lassen und mich nicht zu sehr daran aufzureiben. Versuchen zu verstehen, warum eine lange und intensive Freundschaft zu Enden geht, kann einem für den Moment tatsächlich um den Verstand bringen.

Wieso? Wieso jetzt? War es dann überhaupt eine wirkliche Freundschaft? Warum tauchen diese Probleme erst jetzt auf? ….

Genauso hart kann es sein akzeptieren zu müssen, wenn eine vielversprechende Begegnung sich nicht zu einer Freundschaft weiterentwickelt. Ein Mensch eben nur ein “Bekannter” bleibt, statt zu einem engen Freund zu werden.

girlbossheaven freundschaft

Ich nehme nichts aus oberflächlichen Gesprächen und unbedeutenden Treffen mit. Das ist für mich Zeitverschwendung. Wenn wir uns nicht auf einer tiefgreifenden Ebene unterhalten können, dann verschwende bitte nicht meine Zeit. Das meine ich nicht herablassend oder despektierlich. Aber meine Zeit ist wertvoll. Ich bin wertvoll. Meine Freundschaft ist wertvoll...und werd das nicht erkennt oder wer mir eher das Gefühl gibt meine Zeit zu stehlen, den muss ich leider bitten zu gehen.

Klischeehaft, aber wahr: genau seit Anfang des Jahres hat sich in meiner Einstellung zum Thema Freundschaft etwas geändert. Wie oben erwähnt, sind meine Freunde alles für mich. Ich stelle sie auf ein Podest. Ich verteidige sie, wenn andere schlecht über sie reden. Dadurch verschließe ich leider oft die Augen vor Veränderungen in einer Freundschaft. Ich will es einfach nicht wahrhaben, dass sich etwas negativ verändert bzw. verschlechtert haben könnte. Oder dass ich dieser Person nicht mehr so viel bedeute, wie früher. So kam es auch schon vor, dass ich mir einiges gefallen lassen und Verhaltensweisen akzeptiert habe, die ich von anderen Menschen niemals hingenommen hätte. Es wurden Treffen vermehrt abgesagt oder gar vergessen. Und trotzdem habe ich mir jedes Mal wieder Zeit für ein neues Treffen freigeräumt und gehofft, dass die letzten Male nur aus Versehen untergegangen sind. Ich habe mir immer und immer wieder (wie man es als gute Freundin eben macht) dieselben Geschichten angehört. Wenn ich aber mal Redebedarf hatte, dann musste ich mir ein “Red mich nicht immer mit deinen Problemen voll” anhören. Und trotzdem war ich weiterhin eine gute Zuhörerin und Ratgeberin.

Bis es mir dann zu Beginn diesen Jahres zu blöd geworden ist. Ich hatte die Nase voll von falschen Freunden, leeren Worten und Versprechungen, Zeitdieben und unangebrachten Verhaltensweisen…Von nun an heißt es einfach Thank you, next. Und das obwohl ich ein extrem emphatisch Mensch bin. Irgendwo hört auch meine Empathie auf.

Ein positives Schlusswort: Ich kann mich mehr als glücklich schätzen, denn ich darf ein paar sehr tolle Menschen meine Freunden nennen – sie es aus Kindheitstagen, der Grundschule oder seit meinem Umzug nach München. Ihr seid zauberhaft. Ihr habt verstanden, was Freundschaft wirklich bedeutet.

 

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.